E, E, E - Chemie, o jeh!

E-Nummern: Bedenkliche Zusatzstoffe in Lebensmitteln

13. Nov. 2015 von

Farbstoffe, Geliermittel, Aromen, Antioxidantien oder Festigungsmittel: Es sind über 300 Lebensmittelzusatzstoffe (E-Nummern) zugelassen. Ist das gesund?

Der Buchstabe E steht übrigens einfach für Europa und hat per se nichts mit Chemie zu tun. In Kombination mit Nummern machen die E’s jedoch unsere Wurst länger haltbar, die Tütensuppe schmackhafter, den Joghurt etwas cremiger und die Limonade etwas gelber. Sie dienen also dazu, unsere Lebensmittel technologisch zu verändern. Die Entscheidung, ob ein Stoff zugelassen wird, fällt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa). Dafür muss der Stoff gesundheitlich unbedenklich sein. Klingt doch alles ganz koscher. Warum ist denn trotzdem Vorsicht geboten?

Bedenkliche Chemiekeulen?

In erster Linie, weil E-Stoffe keine natürlich vorkommenden oder organische Zusätze sind, sonder volle Chemiekeulen. Eingeteilt werden die E’s unter anderem in:

Farbstoffe (E 100 bis E 180)

Sie sorgen dafür, dass der Pudding schön gelb und die Cocktailkirschen rot sind. Sie können auch Farbverluste ausgleichen und somit die Qualität eines Lebensmittel positiv beeinflussen, allerdings nur optisch!

Diese Stoffe sind künstliche Nachbildungen von Stoffen, die in der Natur vorkommen. Deswegen sind sie nicht „besser“ als andere E’s: die Verbraucherzentrale bei 15 Farbstoffen vom Verzehr ab: E 102, E 104, E 110, E 122 bis E 129, E 142, E 150C, E 151, E 154 und 155, E 173 und E 180.

Konservierungsstoffe (E 200 bis E 297)

Sie machen Lebensmittel länger haltbar und bekämpfen Mikroorganismen wie Bakterien, Hefe- und Schimmelpilze. Man findet sie vor allem in Fisch, Brot, Fruchtsäften, Fruchtjoghurts, Wurstwaren, Käse und getrockneten, gepökelten Wurstwaren.

Die Stoffe E 260 bis E 270 und E 290 bis E 297 seien unbedenklich. Die Verbraucherzentrale rät aber drei mal vom Verzehr ab: Bei E 235 (aus Ammoniak und Formaldehyd hergestellter Stoff), bei E 284 und bei E 285 (Borsäure und Borax, beide nur für Kaviar zugelassen).

Auch Glutamat fällt in die umstrittene Kategorie, da er als Botenstoff im Gehirn eine wichtige Rolle im Zellstoffwechsel hat. Deshalb löst er bei einigen Menschen Pseudoallergien aus.

Antioxidantien (E 300 bis E 385)

Sie verhindern eine Reaktion von Sauerstoff mit dem Lebensmittel. Fette werden nicht ranzig, Gemüse- und Obstkonserven sehen länger frisch aus und sauerstoffempfindliche Vitamine oder Aromastoffe werden nicht zerstört. Antioxidantien wie Ascorbinsäure, Vitamin E und Gallate (synthetisch) stecken vor allem in Suppen, Kaugummi, Backwaren, Ölen, Margarine, Marzipan, Eis, Fertig-Kartoffelbrei oder in Walnusskernen.

Natürlich vorkommende Antioxidationsmittel haben die Nummern E 300 bis E 309 und E 322 bis E 327 (Salze der Milchsäure). Diese Stoffe haben grünes Licht, während alle anderen nur gelegentlich gegessen werden sollten.

Süßstoffe (E 900 bis E1521)

Diese Mittel überziehen Trockenfrüchte und Zuckerwaren, Stabilisatoren, Treib- und Schutzgas, Süsststoff und Geschmacksverstärker. Die Verbraucherzentrale rät nur von E 999 ab, ein Stoff, der in Deutschland lange verboten war. Es ist ein Schaummittel aus der Rinde des Quillaja-Baumes und enthält Blutgifte.

Süßstoffe sind zugelassen, obwohl einige Ärzte, Ernährungsberater und Fachpersonen sie als bedenklich einstufen.

Aufpassen bei Emulgatoren und Farbstoffen

Es gibt Hinweise, dass Emulgatoren schlecht für den Darm sein können. Besonders gefährdet sind Kinder, weil Emulgatoren in allem drin steckt, was cremig ist: Joghurt, Puddings, Eis usw. Die Verbraucherzentrale warnt zudem vor Farbstoffen: Dazu gehören Grün S, Ammoniak-Zuckercouleur sowie Aluminium. Es könnte sein, dass sie Krebs und Alzheimer begünstigen.

Weitere Farbstoffe: Litholrubin BK, Brilliantschwarz BN, Braun FK und HT, Allurarot AC, Azorubin, Amaranth, Cochenillerot A, der gelbe Azofarbstoff Tartrazin, das Chinolingelb, Sunsetgelb FCF und Erythrosin stehen im Verdacht, (Mit-)Auslöser von Asthma, Neurodermitis und sonstigen Allergien zu sein.

Produkte prüfen

Am einfachsten geht Lebensmittel checken elektronisch: Mit der Codecheck-App kannst du deine Produkte scannen. Du siehst genau, was im Produkt drin ist: Hersteller, Nährwerte, Zusatzstoffe. Die App bewertet die Inhaltsstoffe auch und zeigt zum Beispiel, wenn bedenkliche E-Nummern im Produkt sind.

Eine praktische Liste von Lebensmittelzusatzstoffen findest du hier.